INTERVIEW IM RAHMEN DER VEREINSPORTRÄT-REIHE

Aus Zeitung am Sonntag vom 28. Februar 2021

Nach der Pandemie wieder persönlicher helfen

Arbeiterwohlfahrt-Ortsverein Niederbardenberg kann Vereinsleben derzeit nur sehr eingeschränkt wahrnehmen

Peter Joerißen, Vorsitzender des AWO-Ortsvereins Niederbardenberg.

 

Aachener Zeitung am Sonntag:

Herzogenrath. Unsere Vereinsportät-Reihe setzen wir heute mit dem Ortsverein der Arbeiterwohlfahrt in Niederbardenberg fort. Unseren Fragen stellte sich der Vorsitzende Peter Joerißen.

Die Fragen der Sonntagszeitung wurden vom Ortsvereinsvorsitzenden der AWO in Niederbardenberg, Peter Joerißen beantwortet.

Wie würden Sie die Aufgabe Ihres Vereins kurz beschreiben?

Peter Joerißen: Die Aufgaben ergeben sich aus der Satzung: „helfende und heilende Tätigkeiten auf menschlicher Ebene“. Also Notleidenden helfen, Kranke pflegen, Einsame aufsuchen und auch die Geselligkeit fördern.

Was macht Ihren Verein besonders?

Joerißen: Der Verein kann in fast allen Lebenslagen den Betroffenen hilfreich zur Seite stehen. Sollten wir als Ortsverein überfordert sein, können wir auch zu den entsprechend höheren Stellen weitervermitteln. Wir fühlen uns auch für das dörfliche Gemeinwesen in Niederbardenberg mit verantwortlich, damit Solidarität nicht nur ein Schlagwort ist.

Wie wirkte sich die Pandemie auf die Vereinsarbeit aus?

Joerißen: Die Pandemie brachte unsere Vereinsarbeit völlig zum Erliegen. Die erstellte Jahresplanung kann leider nicht realisiert werden. Einiges gerät ins Hintertreffen, stößt aber auf viel Verständnis bei unseren Mitgliedern, aufgrund der guten Information der öffentlichen Medien und der internen Information des Ortsvereins.

Wie tauscht man sich im Verein aus und welche Fragen beschäftigen die Mitglieder?

Joerißen: Wir informieren unsere Mitglieder über Infoblätter, Vereinsnachrichten, Gespräche unter Einhaltung der Corona-Vorschriften und wo die Möglichkeit besteht, über E-Mails. Die meist auftauchende Frage ist, wann können wir uns wieder in geselliger Runde treffen? Wann ist Corona im Griff, und wann können wir uns wieder auf persönlicher Ebene begegnen?

Welche Rolle spielt ehrenamtliches Engagement für Sie?

Joerißen: Der Einsatz im Verein stärkt die persönlichen Bindungen und ist hilfreich und fördernd beim Zusammenleben der örtlichen Gemeinschaft. Vereinsamung kann entgegengewirkt und ein Miteinander gefördert werden. Miteinander reden und zuhören, damit man einander besser versteht.

Was war für Sie das schönste Erlebnis mit dem Verein?

Joerißen: Dankbare Erlebnisse sind leuchtende Augen und die Aussagen, es war wieder mal was Anderes und sehr schön. Oder, „ich freue mich aufs nächste Treffen, es war eine schöne Veranstaltung“. Aussagen, die motivieren.

Was wollten Sie den Mitgliedern, Unterstützern oder der Politik schon immer mal sagen?

Joerißen: Versprechen, sollten wann immer auch möglich, eingehalten werden. Wichtig für Politiker ist auch, das Ohr an der Basis zu haben. Zuhören ist wichtiger als selbst zu reden. Nur so kann man die Sorgen und Nöte sowie deren Wichtigkeit erkennen, um Abhilfe oder Milderung zu schaffen.

Welche Ziele hat der Verein, wenn Corona die Umsetzung zulässt?

Joerißen: Sobald Corona es zulässt, wollen wir die Jahresplanung umsetzen und Jubilarehrungen nachholen sowie die beliebten Frühstücksrunden und Kaffeenachmittage wieder gestalten. Die Mitgliederbetreuung ist durch persönliche Kontakte besser zu realisieren und so auch ein ungestörtes Miteinander zu bewerkstelligen.